Mit Familienmitgliedern gemeinsam am Stammbaum bauen!

Erich Studerus stellte seine Web-App „Unser Stammbaum“ vor!

Der Ahnenforscher Stammtisch Unna ist seit seiner Gründung vor 25 Jahren dafür bekannt, alles rund um das faszinierende Hobby der Ahnenforschung vorzustellen. Dazu gehören zum Beispiel auch neue Computerprogramme, die uns dabei helfen können, die erforschten Informationen über unsere Vorfahren zu erfassen und zu verwalten. Die Web-App „Unser Stammbaum“ bietet so eine Möglichkeit und ist neu auf dem Markt. Daher lud der Stammtisch den Entwickler Erich Studerus zu einem Online-Vortrag ein und bat ihn, diese Web-App dem interessierten Teilnehmerkreis vorzustellen.

 

Von Georg Palmüller

 

„Mein Vater war daran interessiert, einen Familienstammbaum zu erstellen. Ich schaute mir verschiedene Programme dazu an, die mir aber für Einsteiger zu kompliziert erscheinen. Ich wollte etwas finden, mit dem Interessierte im Alter von 60 bis 90 Jahren einfach klarkommen!“, begann Erich Studerus aus der Schweiz seinen Vortrag. Er überlegte, was er tun konnte und entschied sich, mit Hilfe der heutigen Möglichkeiten der Programmierung durch künstliche Intelligenz selbst ein Genealogieprogramm zu erstellen.

 

Ihm kam es nicht darauf an, eine Lösung zu finden, die den bereits existierenden Programmen entspricht. Es sollte webbasiert sein, also unabhängig vom jeweiligen Betriebssystem über den Browser zu bedienen sein. Dazu sollte die Lösung auch nur die wichtigsten Funktionen für die Erfassung und Verwaltung der erforschten Personen umfassen und ganz speziell auch so konzipiert sein, dass Familienmitglieder gemeinsam an der Erstellung des Stammbaumes mitwirken können. Die Web-App „Unser Stammbaum“ wurde geboren.

Erich Studerus zeigte auf, wie alles begann und er sich dazu entschloss, die Web-App "Unser Stammbaum" zu schaffen.

Was kann die App? Alle grundlegenden Funktionen sind vorhanden. Ganz speziell im Fokus: Das gemeinsame Arbeiten am Stammbaum im Familienkreis.


„Als die Web-App einen gewissen Reifegrad erreichte, beschloss ich, sie der Allgemeinheit anzubieten!“, so Erich Studerus.

 

Was kann die Web-App?

 

Sie muss nicht installiert werden, sondern läuft auf jedem Gerät im Browser. Mittels einer Quellenverwaltung dokumentiert man jedes Fundstück zu jeder Person, sie kann den Export und Import von Gedcom-Dateien, die Verwaltung von Fotos und besitzt eine Karte und einen Zeitstrahl. Da der Baum zentral auf einem Server gespeichert wird, legte der Entwickler sehr viel Wert darauf, dass die Daten in der EU gespeichert werden und somit DSGVO-konform sind. Denn im Stammbaum werden ja auch noch lebende Verwandte erfasst, deren Daten nicht in Drittländer übertragen werden dürfen.

 

Die Zusammenarbeit mit anderen Familienmitgliedern ist einfach und genial gelöst. Der Ersteller des Stammbaums sendet einen Link und einen selbst generierten Code an die Familienmitglieder, die mitarbeiten sollen. Diese klicken auf den Link, geben ihren Namen und den Code ein und schon sind sie im Baum und können ihn gemeinsam ausbauen. „Natürlich kann man eine Berechtigung auch widerrufen, wenn sich herausstellt, dass ein Familienmitglied nicht korrekt arbeitet!“, so der Referent.

Der Referent erläuterte anschaulich, wie man einen neuen Familienstammbaum anlegt.

Auf einer Karte kann man die Wohnorte der eingegeben Personen darstellen.


Anhand einer allgemein zugänglichen Beispieldatei des Stammbaums des englischen Königshauses demonstrierte Erich Studerus die einzelnen Funktionen der Web-App. „Wer noch weitere, tiefergehende Funktionen haben möchte, kann die Datei über Gedcom exportieren und in ein anderes Genealogieprogramm importieren!“. Erich Studerus wollte nicht einfach eine Software kopieren, sondern seine Lösung ganz bewusst auf das notwendige Minimum reduzieren. So kann jeder Nutzer sofort loslegen, weil sich ihm die Funktionen von „Unser Stammbaum“ sofort erschließen. 

 

Die Web-App richtet sich daher nicht an die weit fortgeschrittenen Ahnenforscher mit tausenden von Personen im Stammbaum, sondern an die, die gerade erst beginnen und gemeinsam im eigenen Familienkreis daran arbeiten möchten.

Anhand der allgemein zugänglichen Beispieldatei des Stammbaums des englischen Königshauses führte der Referent die einzelnen Funktionen der Web-App vor.

Eine sehr schöne Funktion ist die Möglichkeit, eine Chronik zu erstellen.


Ein Konzept, dass die Zustimmung des Teilnehmerkreises fand. Sicherlich fehlen den Fortgeschritteneren und versierten Forscherfreundinnen und -freunden Funktionen, die andere Programme bieten. „Da sind wir einfach verwöhnt!“, meinte eine Teilnehmerin. „Unser Stammbaum“ kann aber gerade Einsteiger durch seine Einfachheit und durch die vorhandenen grundlegenden Funktionen begeistern. 

 

Der Ersteller eines Stammbaumes schließt ein jährliches Abonnement in Höhe von 39,00 EUR ab. Das deckt die Kosten für die Miete des Servers, den Erich Studerus DSGVO-konform bei Google angemietet hat. Die Familienmitglieder, die man zum Ausbau des Baumes einlädt, zahlen nichts. „Wenn man die 39,00 EUR mal auf den Monat umrechnet, zahlt man 3,25 EUR im Monat dafür!“, meinte eine Teilnehmerin. „Selbst eine Portion Pommes ist teurer!“

 

Der Entwickler nahm aus der Frage- und Antwortrunde weitere Anregungen aus dem Teilnehmerkreis mit. So zum Beispiel die Wichtigkeit, für Heirats- und Berufsdaten auch Ortsfelder zu implementieren. 

 

Die Web-App „Unser Stammbaum“ hat zwar noch etwas Potential nach oben, stellt aber für den Zweck für den sie geschaffen wurde, eine klasse Lösung dar. Klar strukturiert, einfach zu verstehen und zu bedienen und sehr geeignet, Mitmenschen für die Ahnenforschung und für die gemeinsame Arbeit am Stammbaum im Familienkreis zu begeistern.

 

Wir möchten uns an dieser Stelle sehr herzlich bei Erich Studerus für die Vorstellung der von ihm selbst entwickelten Web-App „Unser Stammbaum“ bedanken. Es war ein kurzweiliger und hoch interessanter Online-Abend, an dem der Teilnehmerkreis wieder etwas Neues in Erfahrung bringen konnte.

 

Ahnenforschung gemeinsam erleben!