Virtuelle Reise nach Brasilien brachte Informationen zu Forschungsquellen über deutsche Auswanderer!

Andre Hammann von Genealogia RS referierte zum Thema „Deutsche in Brasilien“!

„Ist das nicht ein Wunderwerk? Nun schalten wir einfach mal so nach Brasilien zu Andre Hammann, der uns über die deutsche Auswanderung nach Brasilien informiert!“, so der Moderator Georg Palmüller zur Begrüßung des internationalen Teilnehmerkreises von Ahnenforscherinnen und Ahnenforschern. Zoom macht es möglich, dass man diese Liveübertragung aus vielen tausend Kilometern „überm großen Teich“ von zu Hause aus aktiv verfolgen kann. Der große Kreis interessierter Online-Teilnehmer traf auf einen kompetenten und sehr gut vorbereiteten Referenten, der durch eine großartige Powerpoint-Präsentation Begeisterung hervorrief.

 

Von Georg Palmüller

 

Nach dem der Ahnenforscher Stammtisch Unna im letzten Jahr eine größere Serie von Online-Vorträgen zur deutschen Auswanderung nach Amerika präsentierte, kam der Wunsch auf, auch etwas über die Auswanderung nach Südamerika zu erfahren. Das Organisationsteam des Stammtisches konnte dazu Andre Hammann von der genealogischen Organisation „Genealogia RS“ gewinnen, der sich als Brasilianer mit seinen Vorfahren aus Deutschland und den angrenzenden Nachbarländern beschäftigt.

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Der äußerst sympathische Referent Andre Hammann aus Brasilien bot eine erstklassige Präsentation zur Geschichte Brasiliens, den dort eingewanderten Deutschen und den Möglichkeiten, mehr über nach Brasilien ausgewanderte Familienmitglieder zu erfahren.


Andre Hammann stellte sich zunächst vor und erzählte, dass er sich seit 25 Jahren mit der Ahnenforschung beschäftigt und dabei 85 deutschsprachige Einwanderer-Vorfahren ausfindig machen konnte, die zwischen 1825 und 1897 in dem heutigen brasilianischen Bundesstaat Rio Grande do Sul ein neues Leben fern von ihren zurückgelassenen Verwandten begannen.

 

Der Vortrag begann mit einem kurzen Abriss zur Geschichte Brasiliens, das durch den portugiesischen Seefahrer Pedro Alvares Cabral im Jahr 1500 entdeckt wurde. Schon bald nach der Entdeckung kamen auch die ersten deutschen „Abenteurer“ in das Land am Amazonas. Der Referent gab einen Überblick darüber, wann und wie sich aus den ersten Ansiedlungen in den heutigen Bundesstaaten Kolonien bildeten, in denen heute noch deutsche Kultur, wie zum Beispiel das zweitgrößte Oktoberfest der Welt, gepflegt wird.

 

Anschließend zeigte er auf, aus welchen Regionen in Europa die Hauptgruppen der deutschsprachigen Auswanderer in das ferne „wilde“ Land zogen. Heute haben in Südbrasilien etwa 3,5% der Einwohner deutsche Wurzeln.

Die neun Abschnitte der interessanten, informativen und spannenden Präsentation von Andre Hammann.

Wo siedelten sich deutsche Einwanderer in Brasilien an und welche deutsche Traditionen werden noch von ihren Nachkommen gepflegt?


Die virtuelle Reise nach Brasilien beim Online-Abend des Ahnenforscher Stammtisches Unna am Donnerstag, dem 5. Februar 2026 führte dann in die Zeit der Ankunft der deutschen Siedler, die zunächst Regenwaldflächen roden mussten, damit sie Lebensmittel anbauen konnten. Dabei wurden sie mit gefährlichen Tieren und auch nicht mit immer wohlgesonnenen Ureinwohnern konfrontiert. Aber Briefe an ihre Lieben nach Hause berichten darüber, dass die Einwanderer in Brasilien nicht unglücklich waren, aber ihre entfernten Familien sehr vermissten.

 

Durch die harte Arbeit erwirtschafteten sich die Einwanderer aus Europa Wohlstand. Andre Hammann zitierte dabei die Beispiele „Landwirtschaft“, „Industrie“, „Handel“ sowie „Kultur und Sport“.

 

Im Bundesstaat Rio Grande do Sul belegen die deutschen Familiennamen „Müller“, „Schmidt“, „Becker“, „Schneider“ und „Weber“ die ersten fünf Plätze in der Namensverbreitung.

Fachwerkhäuser deutscher Bauweise am Rande des Regenwaldes in Brasilien. Wer kann sich das hier aus der Ferne so schön vorstellen?

Im Vergleich zu den USA erscheinen die 250.166 deutschen Einwanderer ziemlich gering. Aber jeder Einwanderer hatte Hinterbliebene in Deutschland und Nachkommen, die Informationen über sie suchen.


Nach diesen äußerst interessanten Informationen zur Geschichte Brasiliens und der deutschen Einwanderer, führte der Referent sein Publikum in seiner erstklassigen Präsentation zu den genealogischen Forschungsquellen in Brasilien, wie zum Beispiel die 1889 begonnenen Standesamtsbücher, sowie die Aufzeichnungen der katholischen und protestantischen Kirchen. Weiter ging es zu den Archivbeständen und online abrufbaren Tageszeitungen. Eine unglaubliche Vielfalt an Quellen für diejenigen Ahnenforscherinnen und Ahnenforscher, die bei ihren familiengeschichtlichen Forschungen Brasilien-Auswanderer gefunden haben.

 

Aber auch die Forschungsmöglichkeiten, die Brasilianer in Europa vorfinden, sparte der Fachmann von Genealogia RS nicht aus! Er erläuterte, welche Möglichkeiten er nutzte, um an Informationen über seine deutschsprachigen Vorfahren in Europa heranzukommen. Was er dabei zusammentragen konnte, ist schier unglaublich ob der Tatsache, dass Andre Hammann noch nie selbst in Deutschland war!

Andre Hammann zeigte nicht nur auf, wie von Deutschland aus nach Brasilien-Auswanderern geforscht werden kann ...

sondern auch, wie Brasilianer an Forschungsquellen in Europa herankommen können!


Andre Hammanns Online-Vortrag war ein Highlight in der Reihe der Online-Vorträge, die der Ahnenforscher Stammtisch Unna zum Thema „Deutsche Auswanderung in die Welt“ bislang veranstaltet hat.

 

Ein ganz besonderer Dank geht an den äußerst sympathischen Brasilianer mit deutschen Wurzeln nicht nur für seinen erstklassigen Vortrag, sondern auch für die Erlaubnis, den Vortrag aufzuzeichnen und auf dem YouTube-Kanal des Ahnenforscher Stammtisches Unna veröffentlichen zu dürfen. Dazu stellte der Referent auch seine Präsentation in Form einer PDF-Datei in das Info-Padlet mit der Linksammlung zu diesem äußerst interessanten, informativen und spannenden Online-Abend.

 

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