Was hat DNA-Genealogie mit Zahlenlotto gemeinsam?

Online-DNA-Genealogie-Stammtisch auf Zoom war wieder Anlaufpunkt vieler Interessierter!

Der Ahnenforscher Stammtisch Unna lud am Montag, dem 18. März 2024 zu einer weiteren Ausgabe des „Online-DNA-Genealogie-Stammtisch“ ein und konnte dazu wieder viele Interessierte begrüßen. Den Anfang machte Jürgen Löffelbein mit einem Kurzvortrag.

 

Von Georg Palmüller

 

Nach der Begrüßung und Vorstellung der nächsten Termine und weiteren Informationen, übernahm Sabine Akabayov live aus Israel die Moderation des Abends. Als erstes rief sie Jürgen Löffelbein auf, der sich vorab als Referent für den Kurzvortrag bewarb, mit dem die Treffen des DNA-Genealogie-Stammtisches „angeschubst“ werden. Der Titel „Was haben DNA-Genealogie und Zahlenlotto gemeinsam?“ ließ schon aufhorchen.

 

Der Referent selbst ist ein großer Fürsprecher und Motivator für die DNA-Genealogie, stellte aber in seinem Vortrag dar, dass noch viel zu wenige deutsche Genealoginnen und Genealogen sich trauen, dieses sinnvolle Ergänzungsmittel für die eigene familiengeschichtliche Forschung einzusetzen. 

Er zeigte in einer Schautafel auf, wie viele „Cousins“ eine Ahnenforscherin oder ein Ahnenforscher hat bzw. im Laufe der Generationen hatte, wenn man 25 Jahre als eine Generation zählt und von einem Durchschnitt von drei Kindern pro Generation ausgeht. Aufgrund der Tatsache, dass die DNA-Genealogie hier in Deutschland und auch in Europa noch nicht den Stellenwert erreicht hat wie in den USA, sind die meisten Matche nach dem DNA-Test amerikanische Verwandte. Nachkommen von vor etwa 100 Jahren ausgewanderten deutschen Familienangehörigen. Da auch die Zeit der Auswanderung schon weit zurückliegt, sind es nicht nur von der Entfernung „entfernte“ Verwandte, sondern auch im Verwandtschaftsverhältnis. 


Die von Jürgen Löffelbein durch sorgfältige Recherche zusammengetragene Statistik zeigte auf, dass nach einem DNA-Test durchschnittlich nur 44 „brauchbare“ Matche dabei herauskommen. Im Verhältnis zu der riesigen Zahl von „Cousins“ im Laufe der Generationen ein sehr geringer Wert. „Brauchbar“ heißt dabei, dass die Matche eine nahen Verwandtschaftsgrad aufweisen, ihre Stammbäume weit genug erforscht und auch online veröffentlicht haben. Die Wahrscheinlichkeit, sehr nahe stehende lebende Verwandte zu finden, gleicht einen „Fünfer im Zahlenlotto!“

 

Ein spannender, interessanter und sehr informativer Vortrag, der, obwohl negativ erscheinend, doch noch Unentschlossene zur Nutzung der DNA-Genealogie ermutigen sollte. Denn je mehr Deutsche und Forscherfreundinnen und -freunde aus den europäischen Nachbarstaaten DNA-Tests machen, desto wahrscheinlicher wird es, „brauchbare“ Matche zu finden.

"Was haben Zahlenlotto und DNA-Genealogie gemeinsam?" lautete die Frage, mit der sich der Referent Jürgen Löffelbein beschäftigte.

699.840 "Cousins" in der 7. Generation. Eine sehr hohe Zahl Verwandter und nur 44 "brauchbare" lebende Matche. Die Wahrscheinlichkeit, brauchbare Matche angezeigt zu bekommen, gleicht wahrlich einem "Fünfer im Lotto"!


Nach dem Vortrag bat die Moderatorin Sabine Akabayov um Fragen zum Thema oder zur DNA-Genealogie im Allgemeinen. Es entspann sich eine interessante Diskussion, aus deren Wortbeiträgen verschiedener Teilnehmerinnen und Teilnehmer man wieder viel neues Wissen mitnehmen oder schon vorhandenes Wissen festigen konnte. 

 

Auch wenn die DNA-Genealogie als Wissenschaft ein schwieriges Thema darstellt, viele Fachbegriffe enthält und daher bei Interessierten, Einsteigern und Fortgeschrittenen zu dem Eindruck führen kann „Das werde ich nie verstehen!“, ist allein das Zuhören schon wichtig. Denn im Laufe des Abends fügen sich viele Puzzleteile des eigenen Wissens zur DNA-Genealogie zu großen „Wissensflächen“ zusammen, die sich im Laufe der Zeit nach regelmäßigen Besuchen des „Online-DNA-Genealogie-Stammtisches“ zu einem großen Ganzen zusammenfügen.

 

Zum Info-Padlet mit der Linksammlung aller bisherigen Online-DNA-Genealogie-Stammtische.

Ahnenforschung gemeinsam erleben!